Gefahrenquellen auf der Autobahn: Raser und Schleicher
Der ADAC machte 2006 eigene Messungen, welche Fahrzeugtypen unter die Kategorie Raser und Drängler fallen. Gemessen wurden 3000 Autos auf verschiedenen Autobahnen. Erschreckend war, dass jedes fünfte Auto als Drängler entlarvt wurde. Spitzenreiter der Raser und Drängler waren mit 30 Prozent Mercedesfahrer und mit 28 Prozent BMW-Fahrer. Nur sieben Prozent aller japanischen Automarken fielen unangenehm auf.
Man kann - und das ist eine Binsenweisheit - nur zum Raser werden, wenn man auch das entsprechende Auto fährt. Die Verlockung der hohen Geschwindigkeit ist eben sehr groß, und wenn man schon ein schnelles Auto hat, dann will man es auch “ausfahren”.
Vielleicht typisch für rücksichtslose Fahrer ist ein Eintrag auf einer Auto-Internetseite. Ein BMW-Fahrer schrieb dort: “Linksspurschleicher würde ich am liebsten mit Bazooka und MG bekämpfen. Aber ich kann auch die Drängler hinter mir nicht leiden. Deshalb trete ich in solch einem Fall unverhofft auf die Bremse und trödle. Ich freue mich dann, wenn mein Hintermann wütend wird, ziehe dann auf die rechte Spur und gebe Vollgas Wut des Hintermanns freuen, dann auf die rechte Spur und Vollgas. Sehe ich ihn fluchen, dann grinse ich ihn an und gebe Stoff.”
Solche Situationen sind auf unseren Autobahnen Alltag. Dass man sich und andere damit einer unnötigen Gefahr aussetzt, wird schnell verdrängt. Die Autobahnpolizei schätzt, dass etwa ein Drittel aller Autofahrer in die Kategorie Raser eingestuft werden können - aber nur ein Bruchteil von ihnen, kann durch Verkehrskontrollen überführt werden.
Doch auch die “berüchtigten Schleicher” sind keine zu unterschätzende Gefahrenquelle, deshalb achtet die Polizei auch auf diese Verkehrsteilnehmer. Zu langsames fahren ist auch ein Verkehrsdelikt. Nicht selten, vor allem im Zusammenspiel mit Lkw, sind sie Stauverursacher. Sie behindern durch ihr Fahrverhalten den Verkehrsfluss, ohne sich oft dessen bewusst zu sein. Die auf Verkehrsschildern empfohlene Richtgeschwindigkeit darf nicht extrem unterschritten werden. Auch der ADAC stellte fest, dass übervorsichtiges Fahren zeige, dass man den Anforderungen an den heutigen Verkehr nicht gewachsen ist. Besonders ältere Autofahrer machen den Großteil der Schleicher aus, da sie zumindest auf den Autobahnen überfordert seien.
Doch alle Autofahrer sollten sich an das “Fair Play” auf unseren Straßen halten.
