Aktienclub und Investmentlcub
Geldanlage in Aktien ist schwierig für Leute, die jeden Monat nur kleine Beträge sparen können. Deshalb ist es eine gute Idee, die geringe Finanzkraft zu bündeln: In einem Aktienclub oder Investmentclub. Dies ist ein Zusammenschluss von Privatpersonen, die an Geldanlage interessiert sind. Sie treffen sich regelmäßig und zahlen Geld in eine gemeinsame Kasse ein. Davon kaufen sie Aktien und andere Wertpapiere wie Fonds oder Zertifikate.
Das Zusammenfassen von kleineren Anlagebeträgen ist ein wichtiger Vorteil des Aktienclubs. Hierbei kann eine gute Risikostreuung erreicht werden. Außerdem gibt es zahlreiche Wertpapiere, bei denen es eine Mindestanlagesumme gibt (Fonds) oder deren Einzelstücke sehr teuer sind. Außerdem kann ein Investmentclub die Gebühren optimieren, da viele Depots bei höheren Anlagesummen geringere Gebühren haben.
Ein solcher Investmentclub ist trotz seines Namens kein Verein. Aus rechtlichen Gründen muss er eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) sein. In diesem Fall ist der Aktienclub nicht steuerpflichtig, sondern nur das einzelne Mitglied. Der Club benötigt ein eigenes Verrechnungskonto und ein Wertpapierdepot bei einer Bank. Die Mitglieder treffen alle Entscheidungen einstimmig. Das Clubvermögen (Depotwert minus Kosten) muss nach einem Schlüssel auf die Mitglieder verteilt werden.
Eine solche GbR kann bis zu 50 Mitglieder haben und maximal 500.000 Euro Kapital verwalten. Außerdem darf ein Geschäftsführer nicht bezahlt werden und der Club darf nicht gewerblich tätig werden - also zum Beispiel Anteile am Investmentclub bewerben und verkaufen. Aktienexperten schätzen, dass es einige hundert solcher kleineren Aktienclubs mit einem eigenen GbR-Vertrag gibt.
Daneben existieren aber auch große, von professionellen Anlageexperten verwaltete Aktienclubs mit hunderten Mitgliedern. Sie werden von der Bankenaufsicht als Finanzdienstleister eingestuft und überwacht. Der Vorteil eines solchen meist überregional arbeitenden Aktienclubs: Es gibt nur sehr geringe Kosten, die von den Mitgliedern als Werbungskosten absetzbar sind. Da die geschäftsführenden Gesellschafter ebenfalls Anleger sind, ist die Anlagestrategie meist leichter durchschaubar als bei anderen Anlageformen. Außerdem gibt es meist auch Möglichkeiten, die Anlagestrategie zu beeinflussen.
