Insolvenzprognoseverfahren
Neben den Bonitätsprüfungen, die beispielsweise von Factoring Unternehmen durchgeführt werden gibt es noch so genannte Insolvenzprognoseverfahren.
Ein Insolvenzprognoseverfahren ist im Grunde eine Wahrscheinlichkeitsrechnung, die bestimmt, wie hoch oder niedrig die Chance auf eine Insolvenz ist. Solche Insolvenzprognoseverfahren werden auf Privatpersonen, Unternehmen, Institutionen und sogar auf Staaten angewendet. Als Basis für die Errechnung der Wahrscheinlichkeit, dient immer ein fester Reitraum, normalerweise wird dieser auf ein Jahr festgesetzt.
Seit Anfang der neunziger Jahre sind, gerade in Deutschland, die Zahl der Insolvenzen und die daraus folgenden Einbußen der Gläubiger in Form von Insolvenzforderungen, stark gestiegen. Weshalb mehr und mehr Insolvenzprognoseverfahren bei Unternehmen interessant wurden, um die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren.
Als Daten-Quellen für die Insolvenzprognoseverfahren dienen verschiedene Angeben, wie etwa Jahresabschlusszahlen, die Kontoführung des Unternehmens, Finanzmarktdaten (Börsenwerte, etc.), das Eigenkapital und die Vermögenswerte, die Branchenzugehörigkeit und die Rechtsform der Firma, eventuelle Bürgschaften und Sicherheiten, sowie Marktposition, Prognosen, Planungen neuer Projekte und Branchenattraktivität.
Um diese verschiedenem Werte in Einklang zu bringen, werden viele verschiedene Methoden und Modelle angewandt, die einen sind als rein informativ einzustufen und stützen sich sowohl auf die Zahlen, als auch auf subjektive Einschätzungen, andere fußen allein auf die tatsächlichen Daten und Werte.
Im formellen Bereich der Insolvenzprognoseverfahren gibt es induktive Verfahren, die sich eines Scoring-Modelles oder eines speziellen Expertensystems bedienen, empirisch-statistische Verfahren, die per Entscheidungsbaum-Analyseverfahren, Regressionsanalyse oder Diskriminanzanalyse ihre Wahrscheinlichkeiten errechnen und strukturelle Modelle, die auf deterministischen und stochastischen Simulationsmodellen basieren.
Neben Maßnahmen wie Factoring und Bonitätsprüfungen, ist das Insolvenzprognoseverfahren ein durchaus effizientes Mittel, sich gegen finanziellen Ausfall von nicht liquiden Kunden profilaktisch zu schützen.
