Korrelation zwischen Kaufpreis und Kapitalanlageertrag
Kapitalanlage und Ackerbau haben eines gemeinsam. Bei beiden wird die Aussaat in Erwartung künftiger Erträge ausgebracht. Daher liegt es auf der Hand, dass idealerweise auch im Bereich der Geldanlage der höchstmögliche Ertrag auf das ausgebrachte Kapital anzustreben ist. Außerdem ist in diesem Punkt der Fokus insbesondere auf den realen Ertrag, also unter Berücksichtigung der in unserer Welt allerorts vorhandenen Inflation, zu richten. Es macht keinen Sinn, von seiner Bank beispielsweise 3% Zinsen zu erhalten, sofern sich die langjährige Inflationsrate in einer ähnlichen Größenordnung bewegt. Dass die Zinszahlungen darüber hinaus noch zu versteuern sind, sei an dieser Stelle einmal außen vor gelassen.
Bei Investitionen am Aktienmarkt verhält es sich genauso. Ein Beispiel: Im März 2000, auf dem Höhepunkt der Technologieblase, betrug das Kurs-Gewinn-Verhältnis des amerikanischen Aktienindex Standard & Poor’s 500 schätzungsweise 47, während gleichzeitig der sogenannte risikofreie Zinssatz von Staatsanleihen mit einer zehnjährigen Laufzeit bei rund 6% lag. Im Ergebnis waren Investoren also bereit, auf ihre Kapitalanlage mit Aktien eine Gewinnrendite (der Kehrwert des Kurs-Gewinn-Verhältnisses) von 2,1% zu akzeptieren, obwohl sie zur gleichen Zeit am Anleihemarkt den etwa dreifachen Ertrag bekommen hätten. Damals gab alle Welt Anlagetipps und es herrschte die allgemeine Erwartungshaltung, dass sich die Preise für Aktien ständig verteuern und somit die geringe Rendite auf die Gewinne der Unternehmen überkompensieren. Diese Anleger kamen in der Realität aber recht bald wieder zur Vernunft und leiteten in den kommenden drei Jahren einen Rückgang des Aktienmarktes ein, der aufgrund seiner Amplitude als handfester Börsencrash bezeichnet werden kann.
Bei der Geldanlage, beispielsweise für die private Altersvorsorge, stellt die mit einem Investment erzielbare Rendite den Dreh- und Angelpunkt einer jeden Anlagestrategie dar. Mit anderen Worten. Je höher der Preis ist, den man für ein Investment (Aktien, Anleihen, Immobilien etc.) bezahlt, um so geringer fällt der anschließende Ertrag aus. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass bei fallenden Preisen der Wert der dahinterstehenden Vermögenswerte zunimmt und umgekehrt. Allerdings nur aus Sicht des Käufers, der seine Investitionen bei fallenden Preisen idealerweise erhöht, ähnlich der Ausnutzung von Angeboten zur Deckung des persönlichen Bedarfs.
