Steuerberater - nicht immer der große Wurf
Das deutsche Steuersystem ist kompliziert; okay. Und immer wieder gibt es Änderungen in der Gesetzgebung, die einen beim Ausfüllen der Steuererklärung vor Rätsel stellen… davon lebt naturgemäß der Berufszweig der Steuerberater, von dem man ja eigentlich erwartet, die “ultima ratio” als Gegenwart zur “Erbsenzählerei” der fiskalischen Eintreiber geboten zu bekommen…
Bedauerlicherweise vergisst “Otto Normalverbraucher” dabei manchmal zweierlei Dinge: zum einen sind die Beamten der zuständigen Finanzverwaltung - also des örtlichen oder regionalen Finanzamtes - per Gesetz dazu verpflichtet, dem Steuerzahler kostenfrei beim Ausfüllen unklarer Positionen in den Formularen zu helfen. Mit anderen Worten: Man braucht eigentlich keinerlei Angst vor dem Finanzamt zu haben, wenn es um die Klärung der Frage von anrechenbaren Aufwendungen, Freibeträgen, Besonderen Belastungen etc. geht. Die Beamten dürfen zwar in einem Steuerformular nichts selbst ausfüllen, aber zumindest mit dem Zaunpfahl winken… Natürlich kann es hierbei zu regional durchaus unterschiedlichen Ergebnissen der Zufriedenheit des Steuerzahlers kommen.
Aber: Steuerberater tun letzendlich nichts anderes, als ebendiese gesetzliche Beratungspflicht der Finanzämter auch - hier natürlich im besonderen Interesse des Kunden; dafür aber gebührenpflichtig - wahrzunehmen. Witzigerweise ist der Effekt nicht immer der eigentlich gewünschte: guckt man in die Steuerbescheide, hat das Finanzamt möglicherweise die eine oder andere Absetzungsmöglichkeit von der Steuer anerkannt, aber: Die Steuerberater Gebühren sind viel höher… !!!
Man darf nicht vergessen: Steuerberater wollen und müssen von ihrem Beruf leben; und dies sei ihnen natürlich auch zugestanden. Ein sogenannter “Standard-Normalverdiener”, der allmonatlich identische Zahlungen auf dem üblichen Girokonto hat und beispielsweise keine Börsenspekulationen nebenbei betreibt, kommt ohne Steuerberater oft kostengünstiger weg…
