Es gibt sehr viele Helden auf dem großen Markt der Bildergeschichten und Cartoons, aber nur wenige schaffen es, ihre Leser über einen langen Zeitraum hinweg zu begeistern. Die allermeisten fristen nur ein kurzes Dasein und geraten dann in die Vergessenheit staubiger Bücherregale. Zu diesem Schicksal der meisten Comic-Helden gibt es aber doch auch Ausnahmen: Einige herausragende Figuren aus den Cartoonheften schaffen es über Jahre hinweg jung und alt zu fesseln. Ein ganzes Volk dieser seltenen Helden sind die Schlümpfe. Dieses kleine blaufarbene Volk mit den weißen Zipfelmützen feiert im Jahre 2008 nun seinen 50. Geburtstag. Ihre Abenteuer liegen weltweit in dreißig Sprachen vor.
Zur Welt gebracht wurden die Schlümpfe von einem Belgier – Pierre Culliford alias Peyo. Fast ein viertel Jahrhundert lang bis zu seinem Tode 1992 zeichnete Peyo unermüdlich die kurzen Geschichten um die kleinen Wichte. Im Original heißen die Schlümpfe übrigens „Les Schtroumpfs“.

In einem Interview erzählt Peyo, wie der Name für seine kleinen Helden entstand. Er saß gerade mit dem weltberühmten Comiczeichner Franquin beim Mittagessen und bat ihn um den Salzstreuer, war aber, was auch bei Comiczeichnern vorkommt, etwas in Gedanken und kam nicht auf den Namen. Er sagt also: Gib mir mal den Schtroumph, was frei übersetzt so viel heißt wie: „Gib mir mal das Dingsda.“
Und Franquin nahm den Begriff auf: „Hier hast Du das Dingsda und wenn du es nicht mehr brauchst, dingst du es mir zurück.“

Dies wurde ein laufender Witz zwischen den Beiden und zugleich war der Name der Schtroumpfs geboren. Hierzulande werden sie Schlümpfe genannt.

Ein großer Grund für den lang anhaltenden Erfolg der Schlümpfe liegt nicht nur an ihrer symphatischen Art. Ihnen hilft auch die Welt, in der sie leben. Angesiedelt sind ihre Abenteuer im Mittelalter, obwohl durchaus manchmal Erfindungen aus der Neuzeit in ihre Zeit hineinreichen. Dieses ewige Mittelalter hat natürlich den Vorteil, dass die Comic-Figuren, die in ihr leben, niemals altmodisch werden. Comicgeschichten, die in neuerer Zeit angesiedelt müssen immer mit dem Zeitgeist gehen, weil sie schon nach ein paar Jahren unmodern wirken. Die Schlümpfe bleiben auf diese Weise ewig modern, auch nach 50 Jahren noch.

Peyo, ihr geistiger Vater, hat ein großes Erbe hinterlassen. Die Schlümpfe erleben ihre Abenteuer nicht mehr nur allein in den Comicalben, sondern ebenso im Fernsehen, Kino oder als Computerspiel. Zusammen mit den kleinen und großen Figuren, die es von ihnen überall zu kaufen gibt, haben die Schlümpfe inzwischen ein Vermögen von 2,5 Milliarden Euro erwirtschaft.




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