Zu jeder richtigen Hochzeit, so meinen jedenfalls viele Mitmenschen, gehört der Polterabend! Dieser wird in der Regel ein paar Tage vor der eigentlichen Hochzeitsfeier angesetzt wird. Zünftig wird hier mit denen gefeiert, die zur Hochzeit vielleicht nicht geladen sind bzw. mit denen die den ganzen Feierlichkeiten aus familiären, freundschaftlichen oder organisatorischen Gründen eh` beiwohnen müssen.
Was macht den guten Polterabend aus, außer das gesoffen wird, bis der Arzt kommt?
Das Brautpaar muss abgefüllt werden! Ja, das auch, aber warum heißt der Polterabend denn Polterabend? Scherben bringen Glück, und da ist die Sache plötzlich dann klar.
Außerdem müssen die bösen Geister vertrieben werden. (Und der Bräutigam muss mittels Feuerbestattung seiner letzten Junggesellenhose entledigt werden.)
Jeder, der zum Polterabend geladen ist, hat in der Regel schon Tage vorher seine Geschirrbestände durchforstet, um auch etwas zum Poltern für den großen Abend dabei zu haben. Gläser und auch Spiegel ( 7 Jahre Pech!) sind natürlich nicht gestattet.
Vielfach gehen so ungeliebtes Porzellan, einzelne Tasse und Teller, extrem bemalte Vasen und das was der Keller noch so hergibt, zur Hinrichtung in die Polterkiste.
Da ist es dann auch egal, ob das gute Meißner Porzellan oder die Schale von Rosenthal der Zerstörungswut mancher Gäste unter lautem Gejohle zum Opfer fallen.
Viele Poltergäste, gerade die älteren Generationen würden sich liebend gerne schützend über so manches Geschirrteil werfen, weil es sich um ein wirklich edles Teil oder gar eine begehrte Sammlertasse handelt- aber meistens ist das Porzellan schon defekt angekommen oder es ist allzu schnell zum Wohle des zukünftigen Ehepaares zerdeppert worden.




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