Bis weit in die 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden unansehnlich gewordene Holzdielenböden einfach farbig gestrichen. Mit der Besinnung auf die unvergleichlich schöne, behagliche Wirkung von naturfarbenem Holz haben sich die Methoden gründlich verändert.
Bei sichtbar genagelten Holzdielen werden alle Nägel in einem ersten Arbeitsgang neu versenkt. Das geschieht mit Senkstift und Hammer, damit die Holzoberflächen nicht durch Hammerschläge zusätzlich geschädigt werden.
Danach sollten Viertelstäbe abgelöst werden und nur verschraubte Sockelleisten können demontiert werden. Das ist sinnvoll, weil bei dem folgenden Arbeitsgang, dem Abschleifen, sichtbare Ränder so minimiert werden. Je nach Größe der zu bearbeitenden Fläche können Parkett-Schleifmaschinen zum Einsatz kommen oder man kann mit kleineren Handbandschleifmaschinen mit ein wenig Übung und Fleiß gute Ergebnisse erzielen. Zuerst werden die alten Farbschichten mit grober Körnung (40 oder 60) entfernt. Waren die Holzdielen nicht farbig gestrichen, sondern nur geölt oder gewachst, reicht der Einsatz von 100er Körnung. Der erste Schliff wird willkürlich vorgenommen, alle weiteren immer nur in Richtung der Holzmaserung, damit später keine Schleifspuren erkennbar werden. Der 2. Schleifgang sollte mit 120er Körnung, der 3. und letzte Schleifgang mit 180er ausgeführt. Löcher von losen Ästen sollten ausgebohrt und mit Querholzplättchen ausgeleimt und beigeschliffen werden. Ecken und Restflächen (z.B. unter Heizkörpern), in die man mit der Maschine nicht reichte, müssen entweder mit Kleinmaschinen wie Deltaschleifern oder von Hand nachgearbeitet werden. Ist dies vollbracht, muss der gesamte Raum gründlich entstaubt werden. Nun sollte die Oberflächenbehandlung mit geeigneten Wachs-, Öl- oder Lacksystemen erfolgen.
Nach der Grundierung darf nicht vergessen werden, alle Nagellöcher mit Hart- oder Weichwachs zu verschließen. Dann erfolgt ein Zwischenschliff mit feiner Körnung (220/240er) und wieder dem sehr sorgfältigem Entstauben.
Alle Schleifarbeiten bedingen eine sorgfältige Eigensicherung. Besorgen Sie sich geeignete Atemschutzmasken (billige Grobstaubmasken schützen nicht!) und eine staubdichte Augenschutzbrille. Beides erhält man in reicher Auswahl in fast allen Heimwerkermärkten.
Je nach Hersteller und gewählter Oberflächenveredlung vollendet nun ein 2. und ein 3. Anstrich die Restaurierung der Holzdielen.




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