Das ist hier, mehr oder minder, Tradition; niemand macht sich darüber große Gedanken. Dabei wäre es die Sache wert: Vergleicht man uns nämlich mit unseren Nachbarn, dann fällt auf, wie sehr wir Deutschen uns vor dem Hauserwerb scheuen. In Irland, den skandinavischen Ländern oder Spanien ist das eigene Haus eine der zu erwartenden Lebensrealitäten, Hauserwerber sind im Schnitt zwischen 30 und 50 Jahre alt, stehen also in der Blüte ihres beruflichen Werdegangs. In der Bundesrepublik geht der Trend eher zum Zweitwagen, zum aufwändigen Urlaub. Warum?

Sozialhistoriker sehen den Krieg als zentrale Ursache – nicht, weil wir beständig in der Angst leben, dass uns jemand das Haus zerbombt, sondern, weil wir uns in der Nachkriegszeit an die Mietsituation gewöhnt haben – alle Mieterhöhungen und Mietminderungen miteinbegriffen. Die Wohnungsmiete ist zur bundesdeutschen Realität geworden; Hauserwerb wird allmählich elitär.

Das dieser Trend nicht zwangsläufig sein muss, sollten wir uns aber klarmachen – im Augenblick, beispielsweise. Denn die Preise für den Neuerwerb eines Einfamilienhauses waren noch nie so niedrig wie jetzt. Nicht mehr als 180.000, bzw. 220.000 Euro müssen Bundesbürger in Ost- und Westdeutschland investieren, um ein Haus, - ein Haus! – ihr Eigen zu nennen.

In anderen EU-Staaten, die eine regelrechte Hausbesitzerkultur entwickelt haben, kosten Einfamilienhäuser schon mal bis zu 340.000 Euro wie in Luxemburg.

Finanzexperten empfehlen im Jahr 2007/08 zum Hauskauf – denn, dass die Preise auch wieder steigen (müssen) angesichts des internationalen Wirtschaftsgeschehens, ist eigentlich nur eine Frage der Zeit. Mal schauen, wie lange die Bundesrepublik auf ihrer kriegsbedingten Immobilienneurose sitzenbleibt …




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