BAROCK - KURZGESCHICHTE EINES BEGRIFFS
Der Name ’Barock’ leitet sich wohl vom italienischen Begriff ’barocco’ ab. Dieser Begriff wurde von der Philosophie über Jahrhunderte hinweg verwendet um ein Hindernis in logischen Gedankengängen zu beschreiben. ’Barocco’ bedeutet insofern so viel wie ’dunkel’, ’unklar’ und auch ’unharmonisch’.
Auch im Portugiesischen besteht ein ähnlicher Begriff ’barroco’, von dem aus sich der Name der Epoche herleiten könnte. Dort beschreibt der Begriff die so beliebten unregelmäßig geformten Perlen, die Seefahrer aus der Südsee mit nach Portugal brachten. Letztendlich ist es aber nicht klar, woher genau die Bezeichnung der Kulturepoche des ’Barock’ kommt.
In der Kunstgeschichtsschreibung wurde der Begriff von Schriftstellern wie John Ruskin, Johann Winckelmann und Jacob Burckhardt aufgegriffen, um etwas Bizarres und von dem Regelkanon des Schönen Abweichendes zu bezeichnen. Erst der deutsche Kunsthistoriker Heinrich Wölfflin beschrieb in ’Renaissance und Barock’ (1888) den Barock als eine eigenständige und eigenwertige Epoche, die sich in ihren Leistungen durchaus mit der Renaissance messen lassen kann. Mit Wölfflins epochemachendem Werk war es endlich möglich den Barock in seinen Erscheinungen sowohl vom historischen Kontext her als vor allem in seinen künstlerischen Erscheinungen klarer einzugrenzen.
In Deutschland gilt Dresden als die schönste Barockstadt. Es sind dort allerdings nur noch einzelne wenige Großbauten wie der Zwinger, die Hof- und Frauenkirche, die wirklich aus dem Barock stammen.
Dagegen sind sehr viele Bauten aus dem neunzehnten Jahrhundert erhalten, die diese Aufwertung des Barock deutlich machen wie die heutige Staatskanzlei in neobarocken Formen.
Die ersten bedeutenden Biografien über August den Starken erschienen ebenfalls in dieser Zeit (Haake, 1902; Hiltebrandt, 1907; Gurlitt, 1924; Haenel u. v. Watzdorf, 1933; etc.).
