Was ist eigentlich Affiliate-Marketing?
Affiliate-Marketing ist ein Begriff auf dem Internet-Marketing-Bereich und beschreibt im Prinzip nichts anderes als das Werben für ein Produkt oder eine Dienstleistung auf Provisionsbasis. Das kennt jeder von der Haustür - der Zeitungs- oder Staubsaugervertreter klingelt und möchte uns etwas verkaufen. Dabei handelt er nicht auf eigene Rechnung, sondern vermittelt Verträge für einen Unternehmer. Für die Erfüllung dieser Veträge ist dann allein der Unternehmer zuständig. Der Vertreter hat damit nichts zu tun, er hat keine Rechtsbeziehung zum Kunden.
Rechtlich nicht anders, aber praktisch etwas abgewandelt ist das im Versicherungsbereich: Hier haben die Vertreter meist auch die Kundenbetreuung inne, d.h. sie sind für Vertragsänderungen und teilweise sogar für die Entgegennahme der Schadensmeldung oder Abwicklung von Schäden zuständig. Mit ihrer eigentlichen Funktion als Vertreter hat dies nichts zu tun.
Der Affiliate ist also ein Selbständiger, der ein Produkt oder eine Dienstleistung eines Unternehmers (Merchant) bewirbt. Dazu kann er sich verschiedener Instrumente bedienen, z.B. Bannerwerbung, kontextbezogene Werbung, Suchmaschinen-Werbung, aber auch E-Mail-Kampagnen. (Bei letzteren sind natürlich die Gesetze in bezug auf unerwünschte Werbe-Mails (Spam) zu beachten.) Dabei ist wichtig zu wissen, daß der Affiliate diese Tätigkeit nicht nur auf eigene Rechnung, sondern auch auf eigenes Risiko durchführt. Er ist dabei an Weisungen des Unternehmers nur gebunden, solange diese ihm die Ausgestaltung der Tätigkeit nicht konkret vorgeben. So darf der Unternehmer, der Merchant, beispielsweise bestimmen, daß seine Affiliates keinen Spam verschicken dürfen und welche Werbemittel sie nicht benutzen dürfen. Genaue Anweisungen über die Art und Gestaltung der Werbung sind jedoch nicht zulässig. Die allgemeinen Weisungen sind jedoch zweckmäßig und nützlich, da der Merchant teilweise für Verfehlungen siner Affiliates haftet.
Der Merchant zahlt also dem Affiliate eine Provision. Dabei existieren verschiedene Modelle:
Pay-per-Click: Hier wird lediglich ein “Klick”, also der Mausklick auf ein Werbemittel und der damit verbundene Besuch des Kunden auf der Webseite des Merchants vermittelt. Dabei müssen die Klicks natürlich selbständig durch den Kunden erfolgt sein, also durch bewußten Klick auf ein Werbemittel, z.b. einen Banner oder einen Textlink. Definitiv verboten sind automatische Weiterleitungen. Meist wird eine pauschale Vergütung in Höhe von 5 bis 50 Cent pro Klick vereinbart.
Pay-per-Sale bedeutet es, wenn der Merchant nur für abgeschlossene Bestellungen vergütet. Kauft also der Kunde auf der Webseite des Unternehmers ein Produkt oder nimmt er eine Dienstleistung in Anspruch, dann erhält der Affiliate eine anteilige Vergütung.
Per-per-Lead heißt die Abrechnungsform, in dem für eine Interaktion des Kunden bezahlt wird, z.B. wenn sich der Kunde für einen E-Mail-Newsletter registriert, an einem Gewinnspiel teilnimmt oder Informationen zu einem bestimmten Produkt anfordert.
Häufig werden diese Modelle auch kombiniert angewendet.
Ein solches Abrechnungsmodell wird insgesamt “Partnerprogramm” genannt. Ein Partnerprogramm besteht also aus einem Affiliate und einem Merchant. In den letzten Jahren haben sich diverse Partner-Netzwerke etabliert. Das sind Unternehmen, die Merchants bündeln. Die Vorteile liegen klar auf der Hand:
Der Affiliate muß sich nicht mehr bei verschiedenen Merchants anmelden, um mit ihnen Vermittlungsverträge zu schließen, sondern eine Anmeldung bei einem Netzwerk genügt. Außerdem muß er nicht mehr den Überblick über viele verschiedene Verträge mit unterschiedlichen Vertragsbedingungen haben, sondern er schließt immer einen Standard-Vertrag. Desweiteren übernehmen die Affiliate-Netzwerke die technische Umsetzung und den Supporr, also die Betreuung der Affiliates. Der Affiliate hat somit einen Ansprechpartner
Ein Affiliate kann so sehr einfach sog. Produkt-Übersichtsseiten erstellen. Dabei meldet er sich bei einem Affiliate-Netzwerk an und erstellt eine Webseite, auf der er konkurierende Produkte ausführlich beschreibt und vergleicht. Somit bietet er einen echten Mehrwert für den Kunden, der sich über Produkte informieren möchte. Selbstverständlich sind die Produkte über das Affiliate-Netzwerk entsprechend verlinkt; bei einem Klick, Lead oder Sale erhält der Affiliate also eine Provision. (Dabei berücksichtigt der Affiliate natürlich nur Produkte, über das Affiliate-Netzwerk beworben werden können - aber diese Subjektivität sei ihm als Marketing-Effekt gegönnt.) Diese Produktvergleiche haben sich z.B. im Telefon- und Mobilfunksektor etabliert.
Ein Artikel der Alpha Group AG.
