Die Begriffe Comedy und Kabarett sind Begriffe, die nicht selten synonym verwendet werden. Tatsächlich sind die Übergänge fließend und Grenzen nicht immer genau zu bestimmen.
Wie bereits die Aneignung eines englischen Begriffs nahe legt, handelt es sich bei der Comedy um eine jüngere und populärere Erscheinung als das Kabarett. Der Darsteller der Comedy, Comedian, Stand-up Comedian oder Komiker genannt, verfolgt das primäre Ziel der Unterhaltung seines Publikums, er will die Zuschauer möglichst häufig zum Lachen bringen. Dabei nimmt die Comedy wenig Rücksicht auf Konventionen des guten Geschmacks, wenn dies in ihrem Sinne zielführend ist.
Das Kabarett dagegen hat den Anspruch, nicht lediglich unterhaltend zu sein, sondern auch aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zu reflektieren. Der Kabarettist wählt die Komik als Zugang zu einer Diskussion über politische und gesellschaftliche Themen. Der Kontrast zwischen humoristischer Darbietung und der Bedeutung der behandelten Themen kann so zu einem anderen Blick auf die eigene und die gesellschaftliche Situation führen. Auch das Kabarett verletzt mitunter Geschmackskonventionen, jedoch anders als die Comedy nicht mit dem alleinigen Ziel des Lacherfolgs, sondern zur Steigerung der Reflexion seitens des Publikums.
Doch kommt es häufig zu Überschneidungen. Kann man beispielsweise Dieter Hildebrandt („Scheibenwischer“) relativ eindeutig zu den Kabarettisten zählen und Michael Mittermeier zu den Comedians, fällt die Zuordnung bei vielen Anderen schwer. So ist zum Beispiel die Rollengestaltung von Kaya Yanar als Person mit Migrationshintergrund schon strukturell eine Reflektion der deutschen Gesellschaft, obwohl seine Darbietungen inhaltlich selten deutliche Züge einer kritischen Haltung erkennen lassen. Zudem mischen viele Protagonisten der Comedy oder des Kabaretts Elemente dieser beiden Formen und können so nicht eindeutig zugeordnet werden. So bleibt eine solche Einordnung oft der individuellen Einschätzung überlassen.




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