Die Mittelmeerküste
Das Mittelmeer (oder korrekt: die europäische/eurafrikanische mediterrane See) ist ein Nebenmeer des atlantischen Ozeans. Es wird von 3 Kontinenten (Europa im Norden, Afrika im Süden und Asien im Osten) umgeben und besitzt, als einzige Verbindung zum Atlantik, die nur 14 Kilometer breite Meerenge von Gibraltar im Westen, zwischen Spanien und Marokko gelegen. Zwar gibt es noch andere Verbindungen, die jedoch als Verbindung zu einem Binnenmeer (über die Dardanellen bei Istanbul zum Schwarzen Meer) oder als künstlich geschaffener Kanal (der Suez-Kanal, der bei Ägypten eine Verbindung zum Roten Meer schafft) keine Relevanz besitzen. Das Mittelmeer hat eine Größe von ca. 2,5 Millionen km² und eine maximale Tiefe von 5267 Metern.
Die Küsten des Mittelmeeres teilen sich in 21 Anrainerstaaten der 3 Kontinente. In Europa sind diese: Spanien, Frankreich, Monaco, Italien, Malta, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegovina, Montenegro, Albanien, Griechenland und die Türkei. Zu den asiatischen Ländern zählen: die Türkei (deren Territorium sich sowohl auf dem europäischem wie auch auf dem asiatischem Kontinent befindet), Syrien, Zypern, Libanon und Israel. Die afrikanischen Anrainerstaaten sind: Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien und Marokko. Hinzu kommen noch zahlreiche Inseln, die entweder zu den anliegenden Staaten zählen oder (wie das britische Gibraltar) Protektorate bzw. unabhängige Territorien ohne eigenen Landesstatus sind.
Durch das Mittelmeer herrschen bei allen Anrainerstaaten ähnliche klimatische Bedingungen, die auch eine vergleichbare Flora und Fauna geschaffen haben (so gilt die Verbreitung des Olivenbaums als Indikator für die Region des mediterranen Klimas). Es gibt lange, heiße Sommer mit sehr geringem (Richtung Osten weiter abnehmendem) Niederschlag und milde Winter. Die durchschnittlichen Temperaturen bewegen sich zwischen 23-26° im Sommer und 10-16° im Winter, wobei nahe der Küste gelegene Gebirgszüge (wie zwischen Frankreich und Spanien) zeitweilig für eine starke Abkühlung sorgen und sich das Klima bei den afrikanischen Anrainerstaaten bereits zum Wüstenklima wandelt.
Das Gebiet des Mittelmeeres gilt als eines der ältesten Siedlungs- und Kulturgebiete der Menschheitsgeschichte. Hier entstanden in Ägypten vor ca. 5000 Jahren die ersten Hochkulturen und hier wurden die Grundsteine der europäischen Zivilisation (mit den Kulturen der griechischen Antike und dem römischen Reich) gelegt. In allen Epochen, von der Antike über das Mittelalter bis zur Neuzeit, spielte das Mittelmeer für alle anliegenden Länder eine zentrale Rolle, zwar auch für den Krieg, aber primär für den Austausch von Waren und Erfindungen.
All diese Faktoren spielen eine wichtige Rolle für die Bedeutung des Tourismus in nahezu allen Mittelmeerstaaten. So sind in fast allen Ländern lange Sandstrände zu finden, hinzu kommen Faktoren wie das sonnige Klima, die ruhige und nicht allzu kalte See und die allseits präsente, reiche Geschichte des Mittelmeerraumes. Die gesamte Küstenlinie des Mittelmeeres beträgt 55.000 Kilometer (mehr als die Küstenlinie des gesamten Kontinents Afrika zusammen), so dass sowohl dem Pauschal- als auch dem Individualtourismus ein enormes Potential offenbart wird.
Wirtschaftlich sind die Länder des Mittelmeerraumes sehr unterschiedlich geprägt, so lassen sich mit Frankreich, Spanien und Italien einige der reichsten Länder der Welt am Mittelmeerraum finden, jedoch mit Algerien oder Libyen auch arme Entwicklungsländer, die wirtschaftlich und auch politisch sehr unterschiedlich geprägt sind. Was sie (bis auf wenige Ausnahmen wie die politisch instabilen Algerien oder Libyen) alle verbindet, ist der meist stark ausgeprägte Tourismus.
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