Libyen - Cyrene
Cyrene zählte zu den wichtigsten Städten der Antike und verspricht dem Libyen-Reisenden einen lebendigen Einblick in die wechselvolle Geschichte dieses faszinierenden Landes.
Die altgriechische Stadt ist malerisch im Hochland von Dschebel Akhdar im Nordosten Libyens gelegen und zählt seit 1982 zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Auch die heutige Provinz Cyrenaika (eine der drei historischen Großprovinzen: Cyrenaika, Fezzan und Tripolitanien), mit ihrer Hauptstadt Benghasi, verdankt dem einstigen Cyrene ihren Namen.
Auf Grund einer Dürrekatastrophe verließen Siedler Alt-Thera auf Santorini und gründeten 630 v. Chr. Cyrene als griechische Kolonie, welche von Aristoteles von Thera regiert wurde.
Im Jahre 331 v.Chr. ergaben sich die Bewohner kampflos Alexander dem Großen.
Nach dessen Tod und der Neuaufteilung des Landes wurde Cyrene Teil des makedonisch-griechischen Ptolemäerreiches und fiel später unter die Herrschaft Roms.
Zur Zeit der Regentschaft von Lucius Cornelius Sulla um 85 v. Chr. spaltete sich die Bevölkerung in Bürger, Landwirte, Ausländer und Juden.
Die Spannungen unter den Juden wuchsen, sie fühlten sich mehr und mehr unterdrückt.
So kam es 117 n. Chr., unter Kaiser Trajan, zum Aufstand der Juden von Cyrene, dem
200 000 Griechen und Römer zum Opfer fielen.
Die Revolte führte zu einer starken Entvölkerung der Region und in ganz Libyen.
Cyrene war eine angesehene Stadt, zahlreiche Prachtbauten zeugten von Wohlstand und Macht.
Begründer des wirtschaftlichen Aufschwunges war das Heilkraut Silphium, begehrter Exportartikel, da die Pflanze nur in diesem Gebiet der Erde vorkam.
Das Kraut war so begehrt, dass es teilweise mit Silber aufgewogen wurde.
Die Pflanze wurde komplett verwertet.
Blätter machten das Schaffleisch saftiger, die Sprossen fanden als Gemüse Verwendung, die Frucht diente als Gewürz, der begehrte, milchige Saft half die verschiedensten Leiden zu kurieren.
Um 50 n.Chr., mit einsetzendem Klimawandel, starb die Pflanze aus.
Das letzte existierende Exemplar soll Kaiser Nero überbracht worden sein.
Cyrene war die Heimat zahlreicher großer Denker der Antike, so wurde Eratosthenes, griechischer Mathematiker, Historiker und Direktor der Bibliothek Alexandrias hier geboren, außerdem sind Namen wie Kallimachos oder Aristipp eng mit der Stadt verbunden.
Ein verheerendes Erdbeben hinterließ 365 n.Chr. eine wüste Ruinenlandschaft.
Cyrene gehört zum Pflichtprogramm jeder Libyen-Reise.
Besucher finden die Ruinen der geschichtsträchtigen Stadt heute in der Nähe des Dorfes Shakat.
In der eindrucksvollen Anlage können der Tempel des Apollon, der Tempel der Demeter, Teile eines Zeustempels, Bäder, Heilige Quelle, ein Museum und die Nekropole, eine antike Begräbnisstätte besichtigt werden.
