Recht haben und Recht bekommen kann leider auch in Deutschland vom Geldbeutel des Einzelnen abhängen. Die Rechtsschutzversicherung versichert hier nun das Kostenrisiko eines Rechtsstreites in der jeweiligen versicherten Sparte und bietet hier finanzielle Sicherheiten. Im Schadensfall übernimmt sie die Kosten für Gericht, Anwalt und Gutachter bis zur vereinbarten Deckungssumme. Da solche Kosten meist den Rahmen sprengen würden, wenn man sie aus der eigenen Tasche bezahlen muss, so empfiehlt sich eigentlich meistens eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen.

Jeder zweite Haushalt hat in Deutschland eine solche Versicherung abgeschlossen. Rechtsschutz wird im gewerblichen, beruflichen und privaten Bereich angeboten. Sehr verbreitet ist die Familienrechtsschutzversicherung. Hier sind alle wichtigen Sparten im privaten Bereich abgedeckt. In dieser Versicherung sind also üblicherweise der Versicherer, dessen Ehepartner (oder Lebenspartner) und die Kinder ohne eigenes Einkommen bis 25 Jahre eingeschlossen. In der nicht ehelichen Lebensgemeinschaft muss der Partner namentlich benannt werden. Beim Familienrechtsschutz können auch Bereiche, die nicht benötigt werden ausgeschlossen und andere ggf. eingeschlossen werden. Wer zum Beispiel ein eigenes Einfamilienhaus bewohnt, der benötigt auch keinen Mieter oder Vermieterrechtsschutz. Es gibt auch bestimmte Organisationen, die ihren Mitgliedern eine Rechtschutz-Versicherung im Vereinsbeitrag anbieten (Mieterverein). Für Kraftfahrer ist natürlich zu überlegen, ob gleichzeitig der Verkehrsrechtsschutz mit eingeschlossen werden sollte, wenn dieser innerhalb der KFZ-Versicherung oder durch die Mitgliedschaft in einem Automobilclub noch nicht abgedeckt sein sollte.

Beim Abschluss muss genau geprüft werden, ob die Deckungszusagen auch den tatsächlichen Bedürfnissen entsprechen. Der Versicherungsschutz sollte sich auf ganz Europa erstrecken und die angrenzenden Mittelmeerländer. Einige Gesellschaften bieten hierbei begrenzten weltweiten Schutz an. Die Versicherungsbedingungen und Beiträge zwischen den einzelnen Versicherern sind oft sehr unterschiedlich und sollten demzufolge verglichen werden. Im Internet ist das von zu Hause bequem und in Ruhe möglich, indem man einfach mit Hilfe eines Versicherungsvergleichs einen guten und aber auch günstigen Anbieter sucht. Mit einer vereinbarten Selbstbeteiligung werden die Beiträge auch niedriger. Die Vertragslaufzeit beträgt in der Regel ein Jahr. Sie verlängert sich automatisch, wenn nicht drei Monate vorher gekündigt wird. Beim Tod des Versicherungsnehmers kann der Vertrag sofort gekündigt werden. Andernfalls wird er auf den Partner überschrieben. Nach Abschluss einer Rechtsschutzversicherung beginnt eigentlich immer eine Wartezeit von drei Monaten. Diese Zeit ist sozusagen die Vorlaufzeit bis zum Wirksamwerden der Versicherungsleistungen und die Übernahme der Deckung. Beginn und Anlass eines Rechtsstreites müssen nach dieser Frist liegen.

Außerdem sollte man beachten, dass im Schadensfall vorher eine Deckungszusage vom Versicherer eingeholt werden muss. Dieser kann die Zusage verweigern, wenn keine oder kaum Erfolgsaussichten bestehen.




Weitere Artikel: